Blutpumpe Huf 


Einem Trittsiegel des Abraxas gleichend, ziehen sich tiefe Furchen und Mulden durch die axialen Innenflächen des Hufknorpels und halten den dicht umschlungen Venenplexus. 
Geradezu mystisch verleitet uns dieses Bild zu einer fabelhaften und philosophischen Frage. Entspringt hier die Quelle der Lebensenergie und Vitalität die sich im Pferd verteilt? Immerhin würden die physikalischen Vorgänge der Energieumwandlung, durch Kompression und Dekompression, während der Schrittfolge dem Paradigma, Bewegung ist für das Pferd das Leben, gerecht. 
Noch nicht einmal das vollständige Zusammenpressen bräuchte es um die Pumpwirkung eines Venengefäßes in Gang zu bringen. Selbst geringe Volumenveränderungen würden das Blut in Strömung versetzten. Das einfach aufgebaute Strahlkissen rückt dadurch in die zentrale Rolle als Pumpbalg. Es bestehend aus lockerem Bindegewebe mit vereinzelten Fettzellen, gespickt mit nicht klar abgegrenzten kollagenen Faserbündeln und hat dadurch eine besonders elastische Konsistenz. Die plastische Gestaltsänderung während einer Druckkompensation im Huf, presst es beim aufhufen gegen die axiale Knorpelwand. Dem dort schalenartig liegenden Venenplexus wird so das Blut förmlich ausgepresst. 
Ein Teil der aufgenommenen kinetischen Energie wird also nicht nur in Wärme umgewandelt, sondern auch zur Überwindung des Strömungswiderstandes im Blutkreislauf eingesetzt. Man kann also sagen, dass vier der fünf Herzen durch die Bewegung arbeiten. Dass physiologisch gut ausgerichtete Hufe im Trachtenbereich eine optimale Pumpleistug haben, versteht sich dabei von selbst.