Hufmechanik erhalten- Ein jahrhunderte altes Streben
Unerwidert ist und bleibt die Forderung nach einem idealen Material, das die widersprüchlichen Anforderungen, einerseits den Abrieb und andererseits die Beweglichkeit der Hufhorne unter hoher Impulserhaltung miteinander vereint. In zahlreichen Abbildungen und Stichen aus dem 1700 Jahundert , sind die Reitpferde durchaus als Barhufer dargestellt. Es scheint als wurden die fließenden akzentuieren Bewegungen unter Verwendung einer funktionierenden Hufmechanik bevorzugt.
Die Bemühungen die Hufmechanik unter dem Abriebschutz zu erhalten führten erst später zu zahlreichen Modifikationen und Kombinationsversuchen. Zum Ende des 19ten Jahrhunderts verwendete man zum Beispiel am königlichen Landgestüt Moritzburg ein aus Guss-Stahl hergestelltes halbmondformiges Eisen, das im Zehenbereich des Tragrandes eingelassen wurde. Die positiven Eigenschaften des Barhufes sollten im Trachtenbereich erhalten bleiben. Immerhin wurde damit versucht den unterschiedlichen Anforderungen gegenüber der Zehe und der Trachte gerecht zu werden.
Eben genau diese Leistungskriterien erfüllt das Wandhorn und bildet am unteren Ende der Hornkapsel den Tragrand. Warum sich also nicht an der Substanz Wandhorn bedienen? Lenkt man nun die Aufmerksamkeit auf den Ort der Entstehung lässt sich zur Kronenlederhaut sagen, dass dort einwirkende Reize die Lebenstätigkeit anfachen. Nicht weit her ist daher der logische Schluss, dass ein elastischer Stoß beim aufhufen auf harten Böden direkten Einfluss auf Hornschub und Hornqualität haben.
Offenbar hatte bereits der berühmte Feldherr und Schriftsteller Xenophon diese Erkenntnis und erwähnte: die Hufe der Pferde sollen so hart wie möglich sein zu diesem Zweck sollten die Pferde innerhalb und außerhalb der Ställe und beim striegeln auf Pflasterstein bzw. Kies stehen. Fazit ist, dass allen Unkenrufen zum Trotz selbst Pferde mit mangelhafter Hornsubstanz in der Haltung auf harten Böden und Steuerung der Hornprodukte sehr widerstandsfähige Hufe bekommen können und diese sich dabei in eine physiologisch günstige Hufform entwickeln.