Stolperfalle 'unsymetrischer Huf',
wenn die Zehe schnabelt !
Der Barhuf - so mancher mag sich im Schreck der nächsten befürwortenden Überraschung der Einsicht in die Wurzeln eines vitalen Hufes noch verschließen. Eines ist jedoch sicher, der gesteuerte natürliche Hornverbrauch fördert die gerade und regelmäßige Verwendung der Pferdegliedmaße.
Per se ist die physiologische Verwendung der Vordergliedmaße durch die symetrische dorsopalmare Druckverschiebung über die Solearfläche des Hufes, während der Stützbeinphase gekennzeichnet. Nicht zuletzt ist die stärkste Struktur des Hufbeinträgers an der Zehenspitze zu finden, um den höchsten Abstemmdruck exakt in der Symetrieachse zu erzeugen.
Die zu flach und zu lang entwickelete Zehenwand führt oft zum veränderten Bewegungsablauf. Um derselben auszuweichen, verlagert sich der Abstemmpunkt aus der Zehemitte. Dadurch entsteht eine kürzere soleare Nutzungstrecke als die dorsopalmare.
Da sämtliche Gelenke der Pferdezehe Schaniergelenke sind, kann nur eine Drehung der gesamten Pferdegliedmaße den neuen veränderten Bewegungsablauf leisten. Beim Abstemmen erhebt sich nun der Huf in einem kurzen starken Bogen und wird dann in langer schräger Richtug zum Boden geführt. Je höher nun die Gangart um so größer die Gefahr, dass das Pferd stolpert oder sich in den eigenen Ballen tritt.
Doch damit nicht genug, die neu wirkenden Verwindungskräfte im Huf führen nicht nur zu Quetschungen und Anstauungen im Kronenverlauf, sondern können die gesamte Hornkapsel verformen.
Übrigens wussten sie eigentlich, dass eine gekappte Zehe ganz ähnlich wirken kann?