Untergeschobene
Trachten machen das Pferd krank
Das Verständnis über die Stoßdämpfungseigenschaft des Pferdehufes scheint sich in den letzten Jahren der Aufmerksamkeit der Pferdefachwelt entzogen zu haben.
Weder ausreichend noch zweckmäßig wäre die reversible elastische Verformung der Hornkapsel allein.
Zwar erklärt das die Funktionsweise der Hufmechanik, jedoch erst das Strahlkissen eingebettet in den Hufknorpeln und seiner Eigenschaft als Dämpfungselement vervollständigt den Aufbau des Pferdefußes zu einem viskoelastischen Modell, dass stoßdämpfende Eigenschaften hat.
Die Kraftumlenkung im Fesselgelenk bei einer maximalen Gewichtseinwirkung über den Hauptmittelfußknochen führt zu einer Beugung des Krongelenks. Der Druck des gebeugten Kronbeins mit seiner Kronbeinlehne und des belasteten Strahlbeins werden vom Strahlkissen und dem darunterliegenden Strahlkörper kompensiert. So wird der Pferderumpf vor schädlichen Einwirkungen eines Stoßes zum Beispiel durch das Aufkommen nach einem Sprung geschützt.
Bereits eine untergeschobene oder stark eingerollte Trachte ist eine Hufkrankheit. Eine hierdurch hervorgerufene unphysiologische Verformung der Hornkapsel schränkt die Dämpfungsfunktion des Strahlkissens so stark ein, dass es seine Funktion teilweise oder fast vollständig aufgibt. Nicht nur die Einschränkung sondern auch Schädigungen im Bewegungsapparat insbesondere der Schulter können die Folge sein.